Technische Information
Demontagehinweis DSG DQ200
In Abhängigkeit der vorhandenen Fehler stellt sich die Demontagesituation der Mechatronik unterschiedlich dar.
Stellen Sie sicher, dass das Getriebe bis zum Eintritt der Störung keine mechanischen Laufgeräusche verursacht hat.
Achten Sie dabei insbesondere auf Geräusche unter hoher Last, im Schubbetrieb sowie bei enger Kurvenfahrt.
Lesen Sie die Adaptionswerte für die Schaltwege und die Kupplungen aus und beurteilen Sie anhand dessen den aktuellen Verschleißzustand der Getriebemechanik und der Kupplungen.
Wird das Fahrzeug abgestellt, sind im DQ200 Getriebe die Gänge „1“ und „R“ vorgewählt. Der Gang „1“ befindet sich auf Teilgetriebe 1 und ist der Kupplung K1 zugeordnet.
Der Gang „R“ befindet sich auf Teilgetriebe 2 und ist der Kupplung K2 zugeordnet.
In Doppelkupplungsgetrieben sind in Ruhelage beide Kupplungen geöffnet.
Somit ist kein Kraftschluss vorhanden und das Fahrzeug kann in Position „N“ bewegt werden. Nur in Position „P“ ist das Getriebe mechanisch blockiert.
Aktivieren Sie vor der Demontage der Mechatronik mit einem Diagnose-Tester die Neutralposition oder, falls vorhanden, die Ausbauposition der Gangsteller.
Neutralposition: Die Gangsteller werden in Neutralposition geführt um das Fahrzeug bei Defekten mit geschlossen blockierter Kupplung bewegen zu können, sowie die Demontage der Mechatronik zu ermöglichen.
Ausbauposition: Die Gangsteller fahren in die Neutralposition und die Kupplungssteller rücken aus um die Demontage der Mechatronik zu ermöglichen.
Zur Demontage der Mechatronik ist in beiden Fällen der Montagehebel (T10407) notwendig.
Exemplarische Darstellung der Vorgehensweise mit einem Diagnose-Tester zum Ausführen der Routine, um die Gangsteller in die Neutralposition zu bewegen.
Je nach verwendetem Diagnose-Tester können die angezeigten Texte
abweichen.
Bricht die Grundeinstellung der Gangsteller ab, kann das folgende Ursachen haben:
- Hydraulikdruck in der Mechatronik nicht ausreichend. Druckfehler gespeichert.
- Gangsteller-Position unbekannt oder unplausibel. Magneten verschmutzt.
- Gangsteller verklemmt. Mechanischer Schaden am Schaltschieber (6./R-Gang)
Entsprechende Fehlerspeichereinträge zu den Störungen und Komponenten sind abgelegt.
Kontrollieren Sie nach der Einstellung der Gangsteller-Ausbauposition der Neutralposition sowie nach einem Abbruch der Einstellungen die Parameter der Gangsteller, der Kupplungen und des Drucks bei eingeschalteter Zündung.
Exemplarische Darstellung der Istwerte/Parameter mit einem Diagnose-Tester zum Prüfen der aktuellen Positionen der Gangsteller und der Kupplungen sowie des Hydraulikdrucks. Je nach verwendetem Diagnose-Tester können die angezeigten Texte abweichen.
Entspricht der Druck im Getriebe nicht dem Sollwert bedeutet dies, dass die Gangsteller und Kupplungen nicht mehr bewegt werden können. Geschlossen klemmende Kupplungen führen ebenfalls zu Abweichungen der Gangsteller-Positionen.
Blockierende Gangsteller infolge mechanischer Schäden an der oberen Schaltstange sind häufig daran zu erkennen, dass der 6. Gang oder der Rückwärtsgang eingelegt bleibt beziehungsweise die zugehörigen Gangsteller in dieser Position blockieren.
Für die Demontage der Mechatronik ist vorwiegend ein in der Position „R“ blockierter oberer Gangsteller hinderlich da sich der dazugehörige Schaltschieber hinter dem Gehäuse verklemmt und so die Entnahme der Mechatronik aus dem Getriebe unmöglich ist.
Die obere Schaltstange mit der Schaltgabel „R“ muss manuell in die Neutralposition gebracht werden.